Geschichte der Transall

Schwertransport nach Wernigerode und Montage auf dem Dach des Museums

Der Schwerlasttransport setzte sich in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober in Bewegung und erreichte nach einer Fahrt durch Hoym und über die Bundesstraße 6 nach 3,5 Stunden das Luftfahrtmuseum Wernigerode. Engstellen und weitere Hindernisse wurden im Zeitplan gemeistert, sodass die Montage pünktlich beginnen konnte. Bereits am Dienstag den 9. Oktober wurde das größte Einzelbauteil, der Rumpf der Transall, mit dem Kran auf das Dach des Museums gehoben. Im weiteren Verlauf der Woche wurde bei bestem Wetter das Flugzeug nach und nach remontiert und thront nun als neues Wahrzeichen des Luftfahrtmuseum Wernigerode weithin sichtbar auf dem Dach.

Silberne Gams landet nach Ihrem letzten Flug in Ballenstedt

Es war die 15.430. und gleichzeitig letzte Landung der Transall mit der Kennung 51+01 am 18. Dezember 2017 auf dem Verkehrslandeplatz Ballenstedt-Harz. Begleitet von zwei weiteren Transall-Maschinen des LTG 61 aus Penzing schwebte die Transall ein. Über 2.000 Schaulustige und zahlreiche Medienvertreter verfolgten bei strahlendem Sonnenschein das Spektakel am Himmel. Nach der sicheren Landung übergab Oberst Daniel Draken, Commodore des LTG 61 das 1972 gebaute Flugzeug an seinen neuen Besitzer: Clemens Aulich, Eigentümer des Luftfahrtmuseums Wernigerode. Wehmut war mit im Spiel, denn der Standort des Geschwaders in Penzing wird nach 60 Jahren geschlossen. Aus diesem Grund besitzt die Transall auch eine Sonderlackierung. Der silberne Anstrich erinnert an die ersten Transall, die an die Luftwaffe der Bundeswehr ausgliefert wurden. Der Spitzname "Silberne Gams" bezieht sich zudem auf die bayrische Herkunft des Transportflugzeuges. Das Maskottchen und Wappentier des Lufttransportgeschwaders 61 ist nämlich die Gämse, die ähnlich wie die Transall, ausdauernd und mit Leichtigkeit, in schwierigem Gelände zu Hause ist.

Überwinterung im Harz

Bis das Flugzeug dann nach Wernigerode transportiert werden konnte verging einige Zeit: aufgrund von technischen und witterungsbedingten Verzögerungen musste die für April geplante Montage auf dem Dach des Museums auf Oktober verschoben werden. Nachdem die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen waren, es mussten die Triebwerke, die Tragflächen sowie die Höhen- und Seitenleitwerke demontiert und auf vier Schwertransporte verladen werden, konnte der Transport nach Wernigerode beginnen.