Geschichte der Transall

Silberne Gams landete nach Ihrem letzten Flug in Ballenstedt

18. Dezember 2017, Verkehrslandeplatz Ballenstedt-Harz: Über 2.000 Schaulustige und zahlreiche Medienvertreter hatten sich versammelt, um bei strahlendem Sonnenschein das Spektakel am Himmel zu verfolgen. Es war die 15.430. und gleichzeitig letzte Landung der Transall mit der Kennung 51+01. Begleitet von zwei weiteren Transall-Maschinen des LTG 61 aus Penzing schwebte die Transall ein. Sicher landete der Koloss und Oberst Daniel Draken, Commodore des LTG 61, übergab das 1972 gebaute Flugzeug an seinen neuen Besitzer: Clemens Aulich, Eigentümer des Luftfahrtmuseums Wernigerode.

Wehmut war mit im Spiel. Denn nach 60 Jahren wurde der Standort des Geschwaders in Penzing geschlossen. Anlässlich der Jubiläumsfeier hatte unsere Transall ihre Sonderlackierung erhalten. Der silberne Anstrich erinnert an die ersten Transalls, die an die Luftwaffe der Bundeswehr ausgeliefert wurden. Den Spitznamen "Silberne Gams" verdankt das Transportflugzeug seiner bayrischen Herkunft. Als Maskottchen und Wappentier des Lufttransportgeschwaders 61 ist nämlich die Gämse, ähnlich wie die Transall, ausdauernd und mit Leichtigkeit in schwierigem Gelände zu Hause.

Vorbereitung: Überwinterung im Harz

Bis das Flugzeug seine neue Heimat in Wernigerode erreichte, galt es, technische und witterungsbedingte Herausforderungen zu meistern. So musste die für April geplante Montage auf dem Dach des Museums auf Oktober verschoben werden. Zuvor wurde die Transall auf ihre letzte "Landung" vorbereitet: Triebwerke, Tragflächen sowie die Höhen- und Seitenleitwerke wurden demontiert und auf vier Schwertransporte verladen. Endlich konnte der Transport nach Wernigerode beginnen.

Schwertransport nach Wernigerode und Montage auf dem Dach des Museums

In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober setzte sich der Schwerlasttransport in Bewegung. Nach einer dreieinhalbstündigen Fahrt durch Hoym und über die heutige A36 erreichte die Transall das Luftfahrtmuseum Wernigerode. Engstellen und weitere Hindernisse konnten im Zeitplan gemeistert und die Montage pünktlich begonnen werden. Bereits am gleichen Tag wurde das größte Einzelbauteil, der Rumpf der Transall, mit dem Kran auf das Dach des Museums gehoben. Im weiteren Verlauf der Woche wurde bei bestem Wetter das Flugzeug nach und nach remontiert. Nun thront die Transall als neues Wahrzeichen des Luftfahrtmuseums Wernigerode weithin sichtbar auf dem Dach.